Kernbotschaften des Offenen Pflegeschulbündnisses Berlin zur Berliner Abgeordnetenhauswahl 2026

Für die Zukunft der Pflegeausbildung in Berlin bringt das offene Pflegeschulbündnis vier zentrale Anliegen in die politische Debatte ein:

1. Flexibilitätskorridore konsequent anwenden

Die in der Berliner Pflegeschulanerkennungsverordnung bereits vorgesehenen Flexibilitätskorridore müssen in der Verwaltungspraxis konsequent genutzt werden. Kurzfristige Erkrankungen, Personalwechsel oder organisatorische Schwankungen dürfen nicht zum Verlust genehmigter Ausbildungsplätze führen. Ebenso müssen Melde- und Anerkennungsverfahren so ausgestaltet werden, dass Ausbildungskapazitäten erhalten und nicht durch vermeidbare Verwaltungshemmnisse eingeschränkt werden.

2. Anrechnung von Lehrkräften flexibilisieren

Berlin muss die vorhandenen Lehrkräftepotenziale konsequent nutzen. Dazu gehören die flexiblere Anrechnung von Teilzeit-Lehrkräften, die verlässliche Anerkennung einschlägiger Studienabschlüsse entsprechend einer Positivliste sowie der Ausbau landesfinanzierter Qualifizierungsprogramme für Pflegepädagoginnen und Pflegepädagogen. Lehrkräftemangel darf nicht zum Ausbildungshemmnis werden.

3. Investitionsförderung trägerunabhängig ausgestalten

Alle staatlich anerkannten Pflegeschulen müssen, unabhängig von ihrer Trägerschaft, gleichwertig, verlässlich und auskömmlich finanziert werden. Hierzu gehören insbesondere die vollständige Übernahme der notwendigen Miet- und Raumkosten auf Grundlage des tatsächlichen Berliner Mietniveaus, eine trägerunabhängige Investitionsförderung sowie eine verlässliche Finanzierung von Vorhaltekosten und Ausbildungsrisiken. Auch die digitale Ausstattung der Pflegeschulen muss verlässlich und kontinuierlich finanziert werden, damit diese dauerhaft auf dem aktuellen Stand gehalten und an die fortlaufende technische Entwicklung angepasst werden kann.

4. Gesamtverantwortung des Landes für die Pflegeausbildung wahrnehmen

Die Sicherstellung einer leistungsfähigen Pflegeausbildung ist Aufgabe des Landes Berlin. Erforderlich sind eine vorausschauende Planung der Ausbildungs- und Praxiskapazitäten, eine gesicherte Finanzierung aller notwendigen Ausbildungsbestandteile sowie ein verbindlicher politischer Steuerungsdialog mit den Pflegeschulen. Nur durch eine klare Gesamtverantwortung des Landes können ausreichend Fachkräfte für die gesundheitliche Versorgung ausgebildet werden.

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