Aktuelles aus dem Verband

Austausch mit Bildungsminister Gordon Hoffmann: Freie Schulen brauchen endlich gleiche Rahmenbedingungen

Berlin, 28. Mai 2026

Am 28.05.2026 hat sich der Vorstand des VDP gemeinsam mit der AGFS Brandenburg mit dem Minister für Bildung, Jugend und Familie, Gordon Hoffmann getroffen.

Im Mittelpunkt des Austauschs stand die zentrale Rolle freier Schulen im Bildungssystem. Besonders wichtig war es uns zu betonen, dass Schulen in freier Trägerschaft künftig einen gleichberechtigten Zugang zu Förder- und Investitionsprogrammen des Landes erhalten müssen.

Ein weiteres wichtiges Thema war die Schulsozialarbeit. Schulsozialarbeit muss allen Schülerinnen und Schülern gleichermaßen zugutekommen – unabhängig davon, ob sie eine staatliche oder freie Schule besuchen. Dafür braucht es verlässliche und faire Förderstrukturen. Angesichts der zunehmenden sozialen und psychischen Herausforderungen für Kinder und Jugendliche sehen wir hier einen hohen Handlungsbedarf.

Darüber hinaus haben wir uns über aktuelle Entwicklungen im Bereich digitaler Bildung und KI-Anwendungen an Schulen ausgetauscht – unter anderem über AIS.chat sowie die weiteren Perspektiven im Rahmen des Digitalpakts 2.0. Dabei wurde deutlich, wie wichtig es ist, freie Schulen bei zukünftigen digitalen Angeboten und Förderstrukturen von Anfang an mitzudenken.

Wir freuen uns auf den weiteren Austausch zur Zukunft der Bildungslandschaft in Brandenburg.

Forderungen des VDP Berlin Brandenburg im Bereich Pflege zur Berliner Abgeordnetenhauswahl 2026

Berlin, 20. Mai 2026

Pflegeausbildung in Berlin sichern – Rahmenbedingungen für Pflegeschulen verbessern

Die Berliner Pflegeschulen leisten einen zentralen Beitrag zur Sicherung der pflegerischen Versorgung in der Hauptstadt. Gleichzeitig verschärfen sich die strukturellen Herausforderungen in der Pflegeausbildung zunehmend. Die aktuellen gesetzlichen und administrativen Rahmenbedingungen führen aus Sicht des VDP Berlin Brandenburg e.V. zu erheblichen Einschränkungen bei Planungssicherheit, Ausbildungsorganisation und Finanzierung.

  1. Lehrkräftemangel und Qualifikationsanforderungen

Bereits heute besteht ein erheblicher Mangel an qualifizierten Lehrkräften für Pflegeschulen. Gleichzeitig erschweren verschärfte Anerkennungs- und Qualifikationsanforderungen die Gewinnung dringend benötigten Personals zusätzlich.

Forderungen des VDP Berlin Brandenburg e.V.:

  • Berlin muss auch über 2029 hinaus flexible Ausnahmeregelungen für Lehrkräfte mit berufsbegleitender pädagogischer Qualifizierung ermöglichen. So müssen bspw. Lehrende im pädagogischen Bachelorstudium weiterhin als Nachwuchslehrkräfte beschäftigt und auf den Lehrkräfteschlüssel angerechnet werden können.
  • Die Anrechnung von Teilzeit-Lehrkräften auf den Lehrkräfteschlüssel muss flexibilisiert werden, insbesondere innerhalb trägerinterner Schulverbünde.
  • Gleichwertige Qualifikationen und einschlägige Studienabschlüsse müssen im Anerkennungsverfahren als Lehrkraft verbindlich berücksichtigt werden.
  • Kriterien für die Anerkennungspraxis von Lehrkräften müssen transparent und in der Anwendung einheitlich sein.
  1. Planungssicherheit und Flexibilität bei Ausbildungskapazitäten

Die aktuellen Regelungen zur Lehrkräfteanerkennung und Kapazitätssteuerung führen in der Praxis zu erheblichen Unsicherheiten bei der Ausbildungsplanung.

Forderungen des VDP Berlin Brandenburg e.V.:

  • Die einmonatige Vorfrist zur Meldung neuer Lehrkräfte muss zurückgenommen oder deutlich flexibilisiert werden.
  • Kurzfristige krankheitsbedingte Personalausfälle bei Lehrenden dürfen nicht zu sofortigen oder rückwirkenden Kürzungen genehmigter Ausbildungsplätze führen.
  • Der gesetzlich vorgesehene 10%-Flexibilitätskorridor nach § 4 Abs. 2 BlnPflSchulAnerkV muss in Berlin endlich praxisgerecht angewendet werden.
  • Pflegeschulen müssen kurzfristige personelle Schwankungen bei den Lehrkräften eigenverantwortlich innerhalb des gesetzlichen Rahmens steuern können.
  1. Finanzierung der Pflegeschulen

Die derzeitigen Finanzierungsbedingungen für Miet- und Investitionskosten der Pflegeschulen benachteiligen insbesondere nicht-krankenhausgebundene Pflegeschulen und gefährden langfristig die Ausbildungsinfrastruktur.

Ausbildungsabbrüche führen zu Finanzierungslücken, da nur tatsächlich belegte Plätze finanziert werden, die Personal- und Infrastrukturkapazitäten (Lehrende, Verwaltung, Schulsozialpädagogik, Räume) jedoch an den vereinbarten Planzahlen ausgerichtet und nachgewiesen werden müssen.

Ein erheblicher Anteil der Auszubildenden wird von Arbeitgebern aus dem nicht-deutschsprachigem Ausland akquiriert. Notwendige Angebote für Sprachförderung für einen gelingenden Ausbildungsablauf im vorgesehene 3-Jahreszeitraum sind nicht in ausreichendem Ausmaß vorhanden und müssen darüber hinaus von den Auszubilden oder den Pflegeschulen finanziert werden. Nicht selten führen mangelnde Sprachkenntnisse zu Ausbildungsverlängerungen, Wiederholungsprüfungen oder gar Ausbildungsabbrüchen.

Forderungen des VDP Berlin Brandenburg e.V.:

  • Die Mietkostenförderung muss an das tatsächliche Berliner Mietniveau angepasst werden und darf nicht an schwankende Ausbildungszahlen geknüpft sein
  • Investitionskosten müssen für alle Pflegeschulen unabhängig von der Trägerstruktur refinanziert werden.
  • Die strukturelle Ungleichbehandlung zwischen krankenhausgebundenen und nicht-krankenhausgebundenen Pflegeschulen muss beendet werden.
  • Förder- und Bewilligungsverfahren müssen deutlich entbürokratisiert und beschleunigt werden.
  • Sprachkurse zur Ausbildungsvorbereitung und ausbildungsbegleitenden Sprachförderangebote müssen gegenfinanziert werden.
  1. Sicherstellung der praktischen Ausbildung

Im Rahmen der Pflegeausbildungen müssen eine Vielzahl unterschiedlicher Praxiseinsätze außerhalb des eigenen Ausbildungsbetriebs absolviert werden. Die Organisation dieser Einsätze obliegt den Trägern der praktischen Ausbildung, wird aber in der Praxis in der Regel an die Pflegeschulen delegiert, die im Rahmen von Ausbildungsverbünden die koordinierende Funktion übernehmen. In der Praxis fehlt es zunehmend an Plätzen im Bereich der stationären Akutpflege, der Pädiatrie und der ambulanten Pflege – auch weil die Finanzierung der externen Einsätze über die Pauschalbudgets nicht geregelt ist. Die Einführung der bundeseinheitlichen Pflegefachassistenzausbildung wird diese Problematik weiter verstärken.

Forderungen des VDP Berlin Brandenburg e.V.:

  • Klare Regelungen für die Finanzierung der praktischen Einsätze außerhalb der Träger der praktischen Ausbildung
  • Zusätzliche Unterstützung besonders stark nachgefragter Bereiche bei zugleich geringen Kapazitäten wie Pädiatrie und die ambulante Pflege

Die Sicherung ausreichender Ausbildungskapazitäten ist eine zentrale Voraussetzung für die zukünftige pflegerische Versorgung der Berliner Bevölkerung. Die Berliner Pflegeschulen benötigen verlässliche, praxisgerechte und auskömmliche Rahmenbedingungen, um auch künftig ausreichend Pflegefachkräfte für die Versorgung der Berliner Bevölkerung ausbilden zu können.

Forderungen Pflege VDP als PDF zum Download

Forderungen des VDP Berlin Brandenburg im Bereich Bildung zur Berliner Abgeordnetenhauswahl 2026

Berlin, 20. Mai 2026

Freie Bildungseinrichtungen sind ein unverzichtbarer Bestandteil des Berliner Bildungswesens. Sie schaffen Bildungsvielfalt, ergänzen das öffentliche Angebot und tragen Verantwortung, von der frühkindlichen Bildung über allgemeinbildende und berufliche Schulen bis zur Weiterbildung. Damit freie Träger ihre gesellschaftliche Aufgabe auch künftig erfüllen können, braucht es faire Rahmenbedingungen und echte Gleichbehandlung.

  1. Faire Finanzierung freier Schulen

Ersatzschulen erhalten derzeit Zuschüsse in Höhe von 93 Prozent der vergleichbaren Personalkosten öffentlicher Schulen. Eine auskömmliche Finanzierung der tatsächlichen Kosten ist damit nicht gewährleistet.

Forderungen des VDP Berlin Brandenburg e.V.:

  • Mindestens 10% der vergleichbaren Personalkosten der öffentlichen Schule als Sachkostenzuschuss für alle freien Schulen.
  • Finanzierung von Schulsozialarbeit und IT-Administration analog zu öffentlichen Schulen.

Die aktuellen gesetzlichen Regelungen zur Neuordnung der Ersatzschulfinanzierung und der Genehmigungsvoraussetzungen für Ersatzschulen werden im Bereich der Geschwisterkindermäßigung bei Schulen in freier Trägerschaft zu finanziellen Einbußen führen.

Forderungen des VDP Berlin Brandenburg e.V.:

  • Finanzieller Ausgleich für Schulen in freier Trägerschaft und Anpassung des Gesetzes.
  1. Investitionen in Schulgebäude ermöglichen

Freie Schulen leisten einen wichtigen Beitrag zur Schaffung und Sicherung von Schulplätzen. Dennoch fehlen verlässliche Förderstrukturen für Neubau und Sanierung. Obwohl im Doppelhaushalt 2026/2027 Mittel vorgesehen sind, bleibt die Umsetzung bislang aus.

Forderungen des VDP Berlin Brandenburg e.V.:

  • Eine anteilige Finanzierung von Investitionskosten für Neubau, Erweiterung und Sanierung von Schulgebäuden freier Träger bei staatlichen Zuschüssen von bis zu 75 Prozent der Investitionskosten.
  • Förderfähigkeit sowohl für neue Schulgebäude als auch für den Erhalt und die Modernisierung bestehender Gebäude.
  • Verlässliche und langfristige Investitionsprogramme mit Planungssicherheit.
  1. Gleichberechtigte Teilnahme an Förderprogrammen des Landes und des Bundes

Schüler:innen freier Schulen dürfen nicht benachteiligt werden. Der Zugang zu Fördermaßnahmen des Landes und des Bundes ist bislang nicht durchgängig gewährleistet.

Forderungen des VDP Berlin Brandenburg e.V.:

  • Die vollständige Öffnung aller Bildungsförderprogramme für Schulen in freier Trägerschaft.
  • Gleichberechtigte Beteiligung an Programmen wie:
    • Startchancen-Programm
    • Begabtenförderung
    • Demokratieförderung
    • Gewaltprävention
    • Kooperationen zwischen Schulen und Sport- oder Kulturpartnern
    • Digitalisierung und Medienbildung
  1. Berufliche Schulen stärken – Stichtagsregelung einführen

Berufliche Schulen in freier Trägerschaft leisten einen zentralen Beitrag zur Fachkräftesicherung. Die derzeitige Kopplung der Finanzierung an monatliche Anwesenheitsquoten verursacht erheblichen Verwaltungsaufwand und führt zu Finanzierungslücken, die die Schulen nicht selbst beeinflussen können.

Forderungen des VDP Berlin Brandenburg e.V.:

  • Einführung einer Stichtagsregelung (z. B. zum 1. November) analog zu öffentlichen Schulen und damit die vollständige Finanzierung aller zum Stichtag angemeldeten Schüler:innen für das gesamte Schuljahr.
  1. Transparente Verwaltungsverfahren und Entbürokratisierung

Komplexe Verwaltungsverfahren binden Ressourcen, die für Bildung benötigt werden. Dies gilt auch für die LUSD, die perspektivisch auch für Schulen in freier Trägerschaft umgesetzt werden soll.

Forderungen des VDP Berlin Brandenburg e.V.:

  • Kein Mehraufwand für Schulen in freier Trägerschaft bei der Nutzung der LUSD. Sie muss deshalb über eine Schnittstelle zu vorhandenen Programmen verfügen und in einer Webbasierten Version zur Verfügung stehen.
  • Entbürokratisierung und Digitalisierung sämtlicher Schulverwaltungsprozesse.
  1. Folgen der Verbeamtung fair berücksichtigen

Nach Angaben der Bildungsverwaltung sind im Schuljahr 2025/2026 rund 58 Prozent der Lehrkräfte wieder verbeamtet. Die zunehmende Verbeamtung von Lehrkräften verändert damit die Finanzierungsstrukturen im Bildungsbereich.

Forderungen des VDP Berlin Brandenburg e.V.:

  • Strukturelle Veränderungen im öffentlichen Schulwesen, insbesondere Veränderungen der Personalstruktur infolge der Verbeamtung von Lehrkräften, dürfen nicht zu rechnerisch bedingten Absenkungen der Personalkostensätze und daraus folgend zu einer Minderung der Ersatzschulzuschüsse führen.
  • Absicherung der maßgeblichen Berechnungsparameter der Ersatzschulfinanzierung mindestens auf Vorjahresniveau.

Forderungen Bildung VDP als PDF zum Download

VDP Berlin-Brandenburg zum geplanten Gesetz zur Errichtung eines Ausbildungsförderungsfonds im Land Berlin (sog. Ausbildungsplatzumlage)

Berlin, 25. März 2026

Die Regierungskoalition aus CDU und SPD plant am Donnerstag im Berliner Abgeordnetenhaus das Gesetz zur Errichtung eines Ausbildungsförderungsfonds, die sogenannte Ausbildungsplatzumlage, zu beschließen. Darauf haben sich die Spitzen beider Fraktionen verständigt. Aus Sicht des VDP Berlin-Brandenburg ist die Einführung dieser Umlage jedoch ein bildungs- und wirtschaftspolitisch falsches Signal. In einer Stadt, die im Wettbewerb um Fachkräfte, Innovationen und Investitionen steht, braucht es vor allem Vertrauen, Planungssicherheit und eine echte Partnerschaft zwischen Wirtschaft, Bildungsanbietern und Politik und keine zusätzliche Abgabe.

„Die Ausbildungsplatzumlage sendet ein Signal des Misstrauens gegenüber den Unternehmen in Berlin. Eine zukunftsfähige Ausbildungsstrategie setzt auf Partnerschaft und Qualität und nicht auf finanzielle Sanktionen. Unser Ziel muss es sein, Ausbildung attraktiver und wirksamer zu machen und nicht komplexer“, erklärt Assol Urrutia Grothe, Vorsitzende des VDP Berlin Brandenburg.

Auch Tim Balzer, Vorsitzender des VDP Berlin Brandenburg, sieht den geplanten Fonds kritisch: „Wer Ausbildung stärken will, muss Begeisterung und Qualität fördern und darf keine zusätzlichen finanziellen Hürden aufbauen. Berlin braucht mehr Kooperation zwischen Bildungsinstitutionen und Wirtschaft statt neuer Instrumente, die vor allem administrativen Aufwand erzeugen.“

Der VDP Berlin-Brandenburg warnt davor, dass die Umlage vor allem zusätzliche Bürokratie schafft, die ohnehin angespannte Ausbildungssituation in vielen Branchen weiter verkompliziert und die finanzielle Unsicherheit für zahlreiche Betriebe und damit auch für Schulen in freier Trägerschaft erhöht. Nach dem geplanten Gesetz könnten künftig auch freie Schulen und Bildungsträger abgabepflichtig sein, wenn sie nicht ausreichend ausbilden oder nicht unter die Kleinbetriebsausnahme fallen. Betroffen wären damit auch Träger, deren Schwerpunkt im Bereich der durch das BAMF geförderten Integrations- und Berufssprachkurse liegt.

Pressemitteilung Ausbildungsplatzumlage

Stellungnahme des VDP Berlin-Brandenburg e.V. zur heute im Hauptausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses beschlossenen Novellierung des Schulgesetzes

Berlin, 18. Februar 2026

Freie Schulen übernehmen in Berlin Verantwortung für rund 55.000 Schülerinnen und Schüler. Sie sichern Bildungsvielfalt und bieten innovative Bildungsangebote. Als Verband Deutscher Privatschulen Berlin-Brandenburg e.V. (VDP) haben wir uns deshalb mit Nachdruck für eine ausgewogene, rechtssichere und datenschutzkonforme Überarbeitung der vorliegenden Schulgesetznovelle (Vorlage zur Beschlussfassung des Parlaments siehe Anhang) eingesetzt. Wir haben dabei gegenüber Politik und Verwaltung die wirtschaftlichen und strukturellen Folgen für die Schulen in freier Trägerschaft klar benannt, die entstehen, wenn eine Schulgeldtabelle mit einer stufenweisen Deckelung des Schulgeldes bis zu einem Familieneinkommen von 81.000 Euro (Tabelle siehe Seite 6) eingeführt wird. Denn Schulen in freier Trägerschaft sind auf ein Schulgeld angewiesen, da die staatliche Finanzierung die tatsächlichen Personal- und Sachkosten nicht vollständig deckt und damit die entstehende Finanzierungslücke nur durch ein Schulgeld ausgeglichen werden kann.
Der VDP hat den gesamten Prozess der Novellierung des Schulgesetzes deshalb kritisch begleitet und darauf hingearbeitet, dass der Gesetzgeber mindestens auf die obere Stufe der neu im Gesetz geschaffenen Schulgeldtabelle verzichtet. Einen Vorschlag, den wir gemeinsam mit der AGFS Berlin in den Prozess eingebracht haben. Gestern wurde ein Kompromiss zwischen den beiden Regierungsparteien gefunden, der diese Forderung teilweise aufgreift. Der Kompromiss sieht ein Schulgeld von maximal 290 Euro im Monat vor, wenn das jährliche Familieneinkommen zwischen 55.001 und 73.000 Euro liegt. Entgegen der ursprünglichen Planung können die Schulträger darüber hinaus den Zusatzbeitrag selbst bestimmen.
Der gefundene Kompromiss mildert damit zwar für einen Teil der Schulen in freier Trägerschaft die unmittelbaren wirtschaftlichen Risiken ab. Gleichzeitig bleiben jedoch zentrale strukturelle Herausforderungen für viele freie Träger bestehen. Denn für sie bedeuten die neuen Regelungen – insbesondere die vereinbarten Schulgeldobergrenzen – weiterhin eine erhebliche Einschränkung ihrer finanziellen Handlungsspielräume, die Anpassungen in ihren pädagogischen Angeboten und Profilen erforderlich machen.

Davon unbenommen beinhaltet das neue Schulgesetz auch zahlreiche Verbesserungen für Schulen in freier Trägerschaft, wie den Ost-West-Angleich der Finanzierung, mehr Unterstützung für inklusiven Unterricht sowie Zuschüsse für Kinder aus wirtschaftlich benachteiligten Familien.
Der VDP Berlin-Brandenburg wird den Prozess der Novellierung und Umsetzung des Schulgesetzes weiter aktiv begleiten und sich darüber hinaus auch in Zukunft konsequent dafür einsetzen, dass die Arbeit freier Schulen durch gesetzliche und finanzielle Rahmenbedingungen nachhaltig gesichert wird und ihre Rolle als unverzichtbarer Bestandteil der Berliner Bildungslandschaft gestärkt wird.

Pressemitteilung Schulgesetznovelle

Schulgesetznovelle gefährdet wirtschaftliche Tragfähigkeit freier Schulen – Profile stehen auf dem Spiel
Ein Offener Brief

Berlin, 13. Januar 2026

Die geplante Novellierung des Berliner Schulgesetzes bedroht in ihrer aktuellen Fassung die wirtschaftliche Existenz zahlreicher Schulen in freier Trägerschaft. Darauf weisen wir als Verband Deutscher Privatschulen Berlin-Brandenburg (VDP) im Vorfeld der Beratungen im Hauptausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses ausdrücklich hin.

Freie Schulen übernehmen in Berlin Verantwortung für rund 55.000 Schülerinnen und Schüler. Sie sichern Bildungsvielfalt, pädagogische Profile und innovative Bildungsangebote. Der vorliegende Gesetzentwurf stellt diese Vielfalt jedoch zunehmend infrage.

Als Verband Deutscher Privatschulen Berlin-Brandenburg e.V. (VDP) stehen wir deshalb für eine Novellierung des Schulgesetzes, aber sie muss rechtssicher und datenschutzkonform sein und sie muss für alle Schulen in freier Trägerschaft eine verlässliche Finanzierungsgrundlage bieten.

Bei der Novellierung des Schulgesetzes darf es keine Gewinner und Verlierer geben. Der vorliegende Entwurf wird aber genau dazu führen. Viele Schulen in freier Trägerschaft können damit ihre besonderen Profile nicht mehr umsetzen. Mehr noch: Es besteht die Gefahr, dass Schul- und Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen und das kann Berlin sich schlichtweg nicht leisten.

Finanzierung mit strukturellem Risiko

Als VDP teilen wir die Sorge vieler freier Träger, die um Planungssicherheit und die mit der Gesetzesnovelle in Aussicht gestellten finanziellen Mittel fürchten. Als Verband ist es jedoch unsere Aufgabe, die rechtlichen, finanziellen und strukturellen Folgen mitzudenken. In der Gesamtschau führt die geplante Neuregelung zu erheblichen wirtschaftlichen Risiken für viele Schulen in freier Trägerschaft. Steigende Personal-, Sach- und Energiekosten treffen auf eine Finanzierungssystematik, die den realen Aufwand zahlreicher Schulprofile nicht mehr abbildet.

Was auf dem Papier nach Absicherung aussieht, bedeutet in der Praxis für viele Schulen eine schleichende Unterfinanzierung. Das gefährdet nicht nur einzelne Träger, sondern die gesamte Bildungsvielfalt in Berlin. Nach Einschätzung des VDP könnten bei unveränderter Umsetzung bis zu 20.000 Schulplätze mittel- bis langfristig unter Druck geraten. Damit stünden auch zahlreiche Arbeitsplätze von Lehrkräften und pädagogischen Fachkräften auf dem Spiel.

Profile unter Druck – Bildungsvielfalt in Gefahr

Besonders gravierend sind die Auswirkungen auf Schulen mit besonderen pädagogischen, fachlichen oder beruflichen Profilen. Dazu zählen unter anderem:

  • Schulen mit erhöhtem Praxis- oder Förderbedarf
  • Schulen mit besonderen pädagogischen Konzepten
  • berufsbildende Schulen, die hohe Kosten für Ausstattung, Werkstätten und qualifiziertes Fachpersonal tragen

Diese Profile sind kein Luxus, sondern ein zentraler Bestandteil der Berliner Bildungslandschaft. Der aktuelle Gesetzentwurf setzt sie jedoch wirtschaftlich unter Druck und zwingt Träger perspektivisch zu Profilabbau oder Angebotskürzungen. Wenn Schulen gezwungen werden, ihre Profile zu reduzieren, verliert Berlin genau das, was freie Schulen ausmacht: Vielfalt, Qualität und Innovationskraft.

Berufsbildende Schulen besonders betroffen

Für berufsbildende Schulen in freier Trägerschaft verschärft der Gesetzentwurf die ohnehin angespannte Lage erheblich. Hohe Investitions- und Betriebskosten treffen auf eine Finanzierung, die diese strukturellen Besonderheiten nicht ausreichend berücksichtigt. Angesichts des dramatischen Fachkräftemangels ist diese Entwicklung bildungs- und wirtschaftspolitisch kaum zu verantworten.

Rechtliche Unsicherheit verschärft wirtschaftliche Risiken

Zusätzlich schafft der Entwurf neue rechtliche Unsicherheiten. Insbesondere die geplante umfangreiche Erhebung sensibler Einkommensdaten von Eltern wirft verfassungsrechtliche Fragen auf. Unklare Regelungen zu Datenumfang, Speicherdauer und Zugriffsrechten bergen erhebliche Haftungs- und Umsetzungsrisiken für Schulträger. Ein Gesetz, das wirtschaftlich belastet und rechtlich angreifbar ist, gefährdet die Stabilität freier Schulen doppelt.

VDP fordert grundlegende Nachbesserung

Freie Schulen brauchen kein Schnellgesetz, sondern ein tragfähiges Gesetz. Wer heute wirtschaftliche Realitäten ignoriert, riskiert morgen Schulschließungen und Profilverluste. Als VDP appellieren wir deshalb an Politik und Verwaltung, die wirtschaftlichen und strukturellen Folgen des Gesetzentwurfs ernst zu nehmen und das Gesetz vor der Beschlussfassung zu bearbeiten. Eine Schulgesetznovelle darf nicht zu einem Abbau von Vielfalt und Qualität führen, sondern muss die freien Schulen als unverzichtbaren Teil der Berliner Bildungslandschaft stärken.

Assol Urrutia-Grothe und Tim Balzer, Vorsitzende des VDP Berlin-Brandenburg

Wechsel in der Geschäftsführung des VDP BB

Mit Beginn des neuen Jahres hat Dr. Nicola Böcker-Giannini die Geschäftsführung des Landesverbandes übernommen. Mit Dr. Böcker-Giannini gewinnt der VDP Berlin/Brandenburg e.V. eine ausgewiesene Bildungsexpertin mit über 20 Jahren Erfahrung entlang der gesamten Bildungskette. Ihre berufliche Laufbahn verbindet wissenschaftliche Expertise, praktische Bildungsarbeit, Trägerberatung sowie umfassende politische und administrative Erfahrung.
 
Nach ihrem Studium zur Diplom-Sportlehrerin und ihrer Promotion im Fach Heilpädagogik und Rehabilitationswissenschaften war Dr. Böcker-Giannini unter anderem als wissenschaftliche Mitarbeiterin, Fachberaterin für Bildungsträger sowie als freiberufliche Trainerin und Dozentin für pädagogische Fachkräfte tätig. Ergänzt wird dieses Profil durch ihre politische Erfahrung als Abgeordnete des Berliner Abgeordnetenhauses, integrationspolitische Sprecherin und Staatssekretärin für Sport. 
 
Dr. Nicola Böcker-Giannini folgt damit auf Sabina Bothe, die den Verband als Geschäftsführerin fast vier Jahre mit Fachlichkeit und Engagement geführt und geprägt hat. Ihr gilt der Dank des Landesverbandes, denn Ihr Einsatz hat die Grundlage geschaffen, auf der nun weiter aufgebaut werden kann. 
 

Mit dem Wechsel in der Geschäftsführung schärft der VDP Berlin/Brandenburg sein Profil als konstruktiver, fachlich versierter Gesprächspartner von Politik und Verwaltung – im Dienst einer vielfältigen und leistungsfähigen Bildungslandschaft sowie verlässlicher Rahmenbedingungen für freie Träger, die Verantwortung für Qualität, Zugang und Verlässlichkeit übernehmen.

Assol Urrutia-Grothe, André Siggemann, Susann Löscher, Kristof Wenger, Dr. Nicola Böcker-Giannini, Tim Balzer, Damaris Weinert

VDP BB Mitgliederversammlung mit Vorstandswahlen, 05.11.2025

Assol Urrutia-Grothe, Geschäftsführerin der Pankower Früchtchen gGmbH, und Tim Balzer, Geschäftsführer der Rackow-Schulen in Berlin und Frankfurt übernehmen künftig gemeinsam die Führung des Landesverbandes.

Als weitere Vorstandsmitglieder sind gewählt Susann Löscher (Angermünder Bildungswerk e.V.), Damaris Weinert (Akademie Seehof Berlin gGmbH), André Siggemann (BEST-Sabel Bildungseinrichtungen gGmbH) und Kristof Wenger (Neues Gymnasium Glienicke, ASG Anerkannte Schulgesellschaft mbH).

Kristof Wenger, Susann Löscher, Tim Balzer, Assol Urrutia-Grothe, André Siggemann, Damaris Weinert

Berlin-Tag 11. Oktober 2025 

Mit unserem Gemeinschaftsstand der allgemeinbildenden, beruflichen Schulen und Fachschulen der Sozialpädagogik in freier Trägerschaft blicken wir auf einen erfolgreichen Berlin-Tag zurück. Zahlreiche Beratungsgespräche rund um die Themen Bildungs- und Jobangebote fanden statt. Ein großes Dankeschön an alle teilnehmenden Schulen und Besucher:innen! 

Impressionen

Tag der Freien Schulen 2025

Der Tag der Freien Schulen ist ein fester Termin im Bildungskalender der Hauptstadt und bildet alljährlich eine lebendige Plattform für alle, die sich für innovative und vielfältige Bildungsmöglichkeiten interessieren.

Impressionen

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Mach mit!
Kundgebung am 03.07.2025, 13-14 Uhr 

ACHTUNG: neuer Ort, Historische Ampel am Potsdamer Platz 11 in 10785 Berlin

MIT UNS GEHT MEHR! GERECHTIGKEIT FÜR FREIE SCHULEN!
Freie Schulen bieten Bildung für über 10% der Berliner Schülerinnen und Schüler. Das Land Berlin zahlt den freien Schulen aber nur ca. 50% der Kosten. Es spart damit rund 280 Mio. pro Jahr an diesen Schülerinnen und Schülern. Ist das fair?

Wir fordern:
• Keine Benachteiligung von freien Schulen.
• Eine gerechte und ausreichende Finanzierung ohne Ost-West-Unterschied. • Die Abschaffung der Restriktionen für berufliche Schulen.
• Eine faire Finanzierung auch der Sach- und Betriebskosten, Sonderpädagogik, Sozialarbeit, Familien mit geringem Einkommen sowie Fort- und Weiterbildung.
• Die Anerkennung des sozialen und bürgerschaftlichen Engagements der Schulen.
• Die Änderung der Schulfinanzierung JETZT!

Es geht um die Zukunft der Freien Schulen vor allem aber um die Zukunft der Schülerinnen und Schüler!

Der Sprecherkreis der AGFS Berlin

Impressionen

Exklusives Screening des Films LOUISE UND DIE SCHULE DER FREIHEIT

Der Verband Deutscher Privatschulen Berlin-Brandenburg und die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit haben zu einem exklusiven Screening des Films Louise und die Schule der Freiheit am 08. April 2025 im Kant Kino (Berlin) eingeladen.
Der Film erzählt in sehr einfühlsamer Weise die Geschichte einer Lehrerin aus Paris, die Ende des 19. Jahrhunderts die Schulpflicht in einem französischen Dorf durchsetzen soll.

An dem Abend dabei waren:
Assol Urrutia Grothe, Mitglied im Vorstand des VDP Berlin-Brandenburg
Hilmar Sattler, Leiter Hauptstadtbüro Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit
Eric Besnard, Filmregisseur und Drehbuchautor
Moderation: Benno Schulz, Referent Bildung und Wissenschaft, Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit  

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Sabina Bothe (VDP BB), Eric Besnard (Regisseur), Assol Urrutia-Grothe (VDP BB)

Berlin-Tag 15. Februar 2025 

Mit unserem Gemeinschaftsstand der allgemeinbildenden, beruflichen Schulen und Fachschulen der Sozialpädagogik in freier Trägerschaft blicken wir auf einen erfolgreichen Berlin-Tag zurück. Zahlreiche Beratungsgespräche rund um die Themen Bildungs- und Jobangebote fanden statt. Ein großes Dankeschön an alle teilnehmenden Schulen und Besucher:innen! 

Impressionen

Sabina Bothe Vertreterin in der AGFS Brandenburg

Sabina Bothe in der Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft Freier Schulen im Land Brandenburg e.V. (AGFS) erneut bestätigt als Vertreterin des VDP BB im Arbeitsausschuss der AGFS.

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Bundesvorstandswahl 2024 

Auf der diesjährigen VDP-Mitgliederversammlung, am 22. November 2024 haben die Mitglieder unser Vorstandsmitglied Assol Urrutia-Grothe in den Bundesvorstand gewählt.

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VDP Bundeskongress 20.-22. November 2024 

Mehrere Tage lang geht es auf dem größten Privatschulkongress Deutschlands mit politischen und fachspezifischen Themen sowie aktuelle Herausforderungen des Bildungsbereichs. Auf dem Programm stehen spannende Foren, Workshops, Podiumsdiskussionen, Fachgruppensitzungen und Vorträge hochrangiger Rednerinnen und Redner aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft.

Tag der Freien Schulen 2024 

Der Tag der Freien Schulen ist ein fester Termin im Bildungskalender der Hauptstadt und bildet alljährlich eine lebendige Plattform für alle, die sich für innovative und vielfältige Bildungsmöglichkeiten interessieren.

Impressionen

Berlin-Tag 28. September 2024 

Deutschlands größte Berufs- und Informationsmesse im Bildungsbereich! Berlin sucht schlaue Leute! 

Impressionen

Podiumsdiskussion 04. September 2024 im Babelsberger Filmgymnasium (Brandenburg)

Die Brandenburger Regierungsparteien aus SPD, CDU und Bündnis 90/Grüne wollen die Freien Schulen im Land Brandenburg nach einer erfolgreichen Landtagswahl künftig noch besser unterstützen. Das ist das Fazit einer Podiumsdiskussion vor der Landtagswahl mit Vertretern des Verbandes der Privatschulen Berlin-Brandenburg (VDP BB) und der Arbeitsgemeinschaft Freier Schulen Brandenburg (AGFS) sowie den Spitzenpolitikern Daniel Keller (SPD-Fraktionsvorsitzender), Gordon Hoffmann (Generalsekretär der CDU Brandenburg, bildungspolitischer Sprecher) und Petra Budke (Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/Grüne). Alle drei Politiker gaben ein klares Bekenntnis zu den Freien Schulen in Brandenburg ab.

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