Die Schule in freier Trägerschaft

Eine Schule in freier Trägerschaft stellt für die Kommune einen Glücksfall dar, denn diese erspart sich:

  • Die Schulerrichtungskosten (Grundstück, Baukosten, Einrichtungskosten etc.) |
    Diese betragen ca. 40.000 bis 70.000 € je Platz pro SchülerIn. Dieser Betrag muss häufig als Darlehen aufgenommen und jährlich verzinst und getilgt werden.
  • Die laufenden Sachkosten (Reinigung, Strom, Heizung, Lehr- und Lernmittel, Pflege der Schulanlage, Reparaturen, Verwaltungsaufwendungen etc.) |
    Die Sachkosten belaufen sich nach eigenen Angaben der Kommunen auf jährlich ca. 1.200 - 1.500 € je SchülerIn.
  • Die Personalkosten |
    Während die Lehrerkosten der staatlichen Schulen vom Land übernommen werden, müssen die Kommunen die Personalkosten für Verwaltungsangestellte und technische Angestellte finanzieren. Die Schulen in freier Trägerschaft nehmen den Kommunen diese Kosten ab.

Ingesamt ergibt sich daraus für die Kommunen eine Ersparnis in dreistelliger Millionenhöhe.

Zusammenarbeit von Staat und Schulen In freier Trägerschaft

Um die Vielfalt im Schulwesen zu erhalten und zu fördern, sollten Rahmenbedingungen geschaffen werden, die es den Schulen in freier Trägerschaft ermöglichen, weiterhin gute Arbeit zu leisten, an ihrer Tradition festzuhalten und Innovationen für das gesamte Schulwesen einzubringen (z.B. Internate und Ganztagesschulen). Jede Gemeinde, jeder Landkreis und das Land können mithelfen, die Ressource "Bildung" durch die Förderung von Schulen in freier Trägerschaft noch innovativer und effektiver zu nutzen.

Stehen Schulen in freier Trägerschaft unter staatlicher Aufsicht?

Das gesamte Schulwesen steht unter der Aufsicht des Staates - das Schulwesen in staatlicher Trägerschaft ebenso wie das in freier Trägerschaft. Schulen in freier Trägerschaft sind im Art. 7 des Grundgesetzes verankert. Sie ergänzen und bereichern das Schulwesen in staatlicher und kommunaler Trägerschaft.

Wer profitiert von Schulen in freier Trägerschaft?

  • Schüler/-innen und Eltern |
    Sie erhalten ein vielfältiges Angebot religiöser und pädagogischer Schulkonzepte. Es ist das Recht der Eltern, aus dem Angebot staatlicher und freier Schulträger diejenige Schule auszuwählen, welche den eigenen Vorstellungen am besten entspricht.
  • Kommunen und Landkreise |
    Schulen in freier Trägerschaft stellen einen beachtlichen Standortvorteil dar. Unternehmen achten immer mehr darauf, ob für ihre Mitarbeiterinnen eine gute Infrastruktur an Schulen in freier Trägerschaft besteht. Freie Schulen bedeuten erhebliche Kostenersparnis für die öffentlichen Haushalte.
  • Das staatliche Schulsystem |
    Es kann innovative Schulkonzepte und neue pädagogische Wege, die erfolgreich von Schulen in freier Trägerschaft erprobt wurden, übernehmen, wie dies auch in der Vergangenheit vielfach geschehen ist.
  • Kostenersparnis für die öffentliche Hand durch Schulen in freier Trägerschaft |
    Gemessen an den Gesamtkosten, die in Berlin-Brandenburg (Land, Landkreise, Kommunen) für Schüler an einer Schule in staatlicher Trägerschaft ausgegeben werden, erhält eine Schule in freier Trägerschaft nur ca. 60-70% der Kosten vom Land als Zuschuss. Der nicht durch Zuschüsse gedeckte Kostenanteil muss durch Schulgeld finanziert werden. Warum müssen eigentlich Eltern, die sich für den Besuch einer Schule in freier Trägerschaft entscheiden, Schulgeld zahlen? Wird dadurch ihr Wahlrecht nicht eingeschränkt? In Berlin-Brandenburg ist es das erklärte Ziel der Schulen in freier Trägerschaft, keine oder nur sozialverträgliche Schulgelder erheben zu müssen, damit sie allen Gesellschaftsschichten offen stehen. Dafür brauchen sie aber gerechte Zuschüsse. Bildung und Ausbildung sind so wichtig für jeden Einzelnen und für den Standort Berlin-Brandenburg, dass nicht auf Kosten der Eltern an Schulen in freier Trägerschaft gespart werden darf.

Schulen mit Tradition und Innovation

Schulen in freier Trägerschaft waren schon immer Vorreiter gesellschaftlicher und pädagogischer Entwicklungen. Erst durch freie Träger wurden z.B. Schulen auch für Mädchen geöffnet, konnten ganztägige und reformpädagogische Schulen ins Leben gerufen werden. Realschulen, Förderschulen, Landerziehungsheime, nahezu alle beruflichen Schulen sowie Kindergärten sind "private Erfindungen". Auch heute gelingt es diesen Schulen besonders gut, Tradition und Wertebewusstsein mit den Anforderungen des modernen Berufslebens zu verbinden.

... wussten Sie?

Die Interessen der allgemein- und berufsbildende Schulen in freier Trägerschaft in Berlin-Brandenburg werden von katholischen und evangelischen Schulverbänden, der Arbeitsgemeinschaft der freien Schulen, der Landesarbeitsgemeinschaft der freien Waldorfschulen sowie dem Landesverband VDP Berlin-Brandenburg vertreten.